6. Blicke über die aktuell vorherrschende Schulwissenschaftlichkeit hinaus

 

Dies ist (vorläufig) meine Abschluss-Seite.

Sie befasst sich mit dem Alt-werden, mit unseren menschlichen und kulturellen Wurzeln - schließlich mit dem (den) Vorleben und dem, was danach kommt. Hier hilft die Schulwissenschaft kaum noch weiter, da sie sich in ihrem Wahrnehmungsfenster selbst arg beschnitten hat. Wer mehr als nur in ihrem Bereich fragen und sich entwickeln will, der muss sich vorwiegend anderswo umsehen. Ich mache das u. a. im Bereich der (archetypisch orientierten) Psychologie, der Astrologie, der Religionen und der Volksweisheiten.



1. Alt-Werden, das gilt eher als Fluch oder Schreckgespenst in der öffentlichen Mehrheitsmeinung:

Der Verlust der körperlichen Schönheit, der freien Verfügbarkeit unserer Körperfunktionen, chronische, d. h. unheilbare Erkrankungen mit starken Leiden und Gebrechen und Abhängigkeit von Medizinern, soziales Abgehängtsein und ein Ende in der Alterskasernierung mit Verwaltung unserer Restfunktionen durch andere im Pflegeheim - das sind die trüben Aussichten, mit denen ich im Gespräch über dieses Thema immer wieder konfrontiert werde.

Dabei geschieht die Schwarzmalerei in gleicher Weise wie bei Gesprächen über unser Finanzsystem und unsere aktuell vorherrschende Wirtschaftsorganisation. Alles scheint sich nur zum Negantiven hin zu entwickeln und diese Entwicklung scheint auch noch etwas Unausweichliches, 'Alternativloses' zu haben.

Doch ist das wirklich so? Erwartet uns alle tatsächlich ein Dahinvegetieren in Armut im Alter oder nur etwas Besseres für den, der sich rechtzeitig mit der 'rechten' Ellenbogenmentalität soziale, wirtschaftliche und finanzielle Vorteile auf Kosten anderer verschafft, die übervorteilt, betrogen und beraubt werden - alles selbstverständlich ganz legal, wenn man sich nicht erwischen lässt (der eigentliche Raub findet häufig außerhalb der unmittelbaren Wahrnehmungsmöglichkeit der Betroffenen statt - durch Tricksereien, Verschweigen etc., was aber als 'machbar' gilt, solange es nicht offen zu Tage tritt)?

 

2. Aus dieser Fragehaltung ergibt sich ein erweiterter Horizont für weitere Klärungen? Wie kommen wir zu einer so einseitig das Materielle bevorzugenden Wahrnehmung in unserem Kulturkreis? Was hat uns dorthin geführt? Das berührt zwangsläufig unsere kulturelle Vorgeschichte und nicht nur unsere individuelle. Das lässt aber auch fragen nach unserer eigenen Vorzeit und nach dem, was auf unser aktuelles Leben folgt. War da vorher wirklich gar nichts? Wird danach auch absolut gar nichts mehr sein? Gibt es auch anderes als unsere Gene und die Sozialisationsumgebung, was uns in unseren Voraussetzungen für dieses Leben eine Rolle spielt bzw. gespielt hat? Nur weil diese Bereiche unserer irdischen Sinnlichkeit unmittelbar entzogen sind, heißt dies ja nicht folgerichtig, dass da wirklich nichts ist. Dies ist ja eine reine Behauptung unserer akademischen Wissenschaftlichkeit, weil diese Außersinnliches mit ihren Mitteln nicht erfassen lann und es darum als nicht existent erklärt oder auch bewertet.

Die akademische Wissenschaft lässt uns also bei solchen Fragestellungen im Stich. Wer sich und sein Fragen nicht geistig beschneiden (lassen) will, muss demnach in anderen Bereichen suchen, wo man durchaus ernsthafte Versuche unternimmt, sich diesen Bereichen anzunähern. Dies geschieht bereits seit mindestend tausenden von Jahren, wie z. B. Grabfunde aus Zeiten vor Erfindung der Schrift deutlich belegen. Unsere steinzeitlichen Vorfahren wagten sich schon an diese Grundfragen menschlicher Existenz heran.

 

- Im Bereich der Märchen finden sich Umrisse uralter Menschheitsweisheit.Erfahrungswissen ist ihr kultureller Schatz.

- Auch die Weltreligionen mit ihren alten Schriften sind so etwas wie ein kulturelles Langzeitgedächtnis im Bereich der Menschwerdung.

- Die Astrologie, die mehr will als reine Kaffeesatzleserei mit billigen Zukunftsvorhersagen, fragt nach kosmischen Einflüssen auf unsere  Herkunft, die individuelle Wahrnehmungsweise und sich daraus ergebenden seelisch-geistigen Dispositionen - auch nach unserer Abhängigkeit von den jahreszeitlichen Einflüssen. Für sie spielt dabei unser Geburtstermin als körperlicher Eintritt in unser individuelles Leben eine entscheidende Rolle für ihre Betrachtungen. Auch der Tageslauf wird in die Überlegungen einbezogen. Einflüsse auf Charaktereigenschaften und Vorlieben werden durchaus nachvollziehbar dargestellt - ebenfalls sich daraus ergebende mögliche Lebensthemen und Beziehungsmuster.

- Im Bereich der Psychologie fragte C. G. Jung nach Urmustern, die uns von Beginn der Evolution an formen bzw. geformt haben. Das gilt einerseits für unsere tierisch vorgeformten Muster, die meist unbewusst und wie automatisch ablaufen, andererseits im spezifisch menschlichen Entwicklungszeitraum über hunderttausende von Jahren, wo auch kulturelle Einflüsse ähnliche seelische Automatismen hervor brachten. Sie bilden das Grundgerüst unserer persönlichen Wahrnehmung - über den Bereich der Gene, der Geburtsfamilie und des Kulturkreises hinaus, in die man hereingeboren wird und in der man aufwächst.

- In anderen Kulturen ist der Reinkarnationsgedanke eine Selbstverständlichkeit. Während in unserem Kulturkreis sich alles in diesem einen Leben konzentriert, geht man dort von einer langen Entwicklungskette aus, die sich über viele 'Einfleischungen' desselben Geistes vollzieht, der sich im Laufe vieler Leben weiter entwickelt.

Diese Bereiche will ich hier für meine weiteren Fragestellungen zu Hilfe ziehen.

 

Du magst zu Recht fragen, wozu ich hier 'unwissenschaftlich' vorgehe. Doch im Grunde habe ich das bereits zuvor klar gesagt. Die hier übliche Wissenschaft verschließt sich den Bereichen, die sich nicht sinnlich erschließen lassen. Zwar haben wir mit Hochtechnologie unsere Sinne durch zahlreiche maschinelle Konstrukte - vor allem im Bereich des Sehens und des Hörens erweitert, aber alle Sinnfragen (solche nach dem wozu und warum) und solche nach dem, was außerhalb der diesseitigen Zeit unseres Daseins gilt, sprengen selbst diesen aufgebohrten Wahrnehmungsbereich.

Zum Glück lässt sich ein geistig-seelisch wacher, gesunder, unvoreingenommener Mensch in seinem Fragen nicht beschneiden und erkennt darum die Beschränktheit unserer heute vorherrschenden Wissenschaftlichkeit im westlichen Kulturkreis. Diese fragt heute vorwiegend nach wirtschaftlicher Verwertbarkeit, doch dies interessiert mich gerade weniger, weil mir der Suchbereich zu eng definiert ist.

 

Also muss ich mich hier unwissenschaftlich, auch 'esoterisch' betätigen. Esoterik befasst sich der Bedeutung des Wortes nach nicht mit Abgedrehtem oder Verrücktem; sie stellt im Grundsatz auch keine Art von Geheimwissenschaft dar: Sie richtet ihren Blick nach innen, während die Exoterik als ihr Gegenpol auf das außen Liegende gerichtet ist. Es handelt sich dabei vorwiegend um Erfahrungswissenschaft, die individuelle wie auch kollektive Menschheitserfahrungen zu beschreiben und zu ordnen versucht.

Insofern bleibe ich mit meinen Überlegungen ziemlich durchschnittlich und bodenständig. Ich mühe mich nicht um so etwas wie einen 'goldenen Schlüssel' oder um 'letzte Fragen', die es aufzufinden und zu beantworten gilt. Mein Fragehorizont erlaubt mir einfach ein größeres Spektrum im Bereich meiner persönlichen Suche, als es die vorherrschende Wissenschaft es mir erlaubt. Also mache ich hier nur eine Art von geistiger Beschneidung rückgängig, die meine Kultur mir in der Zeit meines Aufwachsens als 'existent' oder 'wirklich' vorgegeben hat. Ich reiße nur eine Art von innerer 'Berliner Mauer' ein, die meinen geistig-seelischen Bereich in einer Art von unsichtbarem Gefängnis begrenzt hat.

Mein Kulturbereich hält seine Mitglieder in wissenschaftlicher Beziehung geistig zurückgeblieben bzw. beschränkt; aber diese Ver-rücktheit lässt sich wie jede Mauer überwinden, wenn einem ernsthaft daran gelegen ist. Niemand kann uns ernsthaft zwingen, uns bestimmte Fragen nicht zu stellen, die in unserem ureigenen Lebensinteresse stehen - nur weil die (ernsthaften) Antworten wirtschaftlich nicht verwertbar sind. Im Bereich von Religion, Psychologie und Astrologie gibt es selbstverständlich auch zahlreiche Scharlatane, die versuchen, das Suchen von Menschen in klingende Münze für sich zu verwandeln. Doch die sind leicht erkennbar, weil sie ihre Dienste merkantil anbieten - auch im Internet zum 'Anfüttern' zunächst kostenlos, doch parallel mit weiteren kostenpflichtigen Angeboten gepaart. Unsere persönliche Zukunft im Detail zu genauen Fragen lässt sich nun einmal nicht vorhersagen.

 

Wir können das Kommende und damit unser Leben nur selbst gestalten - dabei allerdings alte Menschheitsweisheiten durchaus als Wegweiser, Leuchttürme oder als Entscheidungshilfen verwenden. Einfache, bequeme Rezepte oder Garantien gibt es dabei allerdings nicht. Das Anwenden verschiedener Formen von menschlich-kulturellem Langzeitgedächtnis kann aber durchaus dazu beitragen, unsere 'Trefferquote' günstiger Alltags- und Lebensentscheidungen zu verbessern.

Wissenschaft ist ausgesprochen nützlich, aber sie ist eben nicht alles, was im Leben gilt und weiter hilft. Wissenschaftlichkeit im heutigen Sinne gibt es erst seit knapp 2.500 Jahren - ernsthaftes menschliches Suchen nach Antworten auf existentielle Fragen jedoch schon viele tausende Jahre länger. Es hat zu allen Zeiten Menschen gegeben, die diese Suche weiter kultiviert haben. Ich nutze diese Weisheitsquellen also zusätzlich, in Ergänzung zu dem, was ich als junger Mensch in meiner Ausbildung als Wissenschaft zu nutzen gelernt habe.

 

Einen Vorteil haben alte Weisheitsquellen gegenüber 'moderner' Wissenschaftlichkeit: Da ihnen ein maximales 'Verwertungsinteresse' im merkantilen Bereich fremd ist, sind sie in ihren Ergebnissen beständiger. Außerdem haben sie nicht unbedingt das Bestreben, andere Quellen auszustechen - was soviel bedeutet wie sie zu falsifizieren und so 'unmöglich' zu machen. Hier existiert mehr ein Sowohl-als-Auch anstatt ein Entweder-Oder in der Bewertung verschiedener Ergebnisse aus ähnlichen oder gleichen Fragestellungen.

Alte Weisheitsquellen wissen um die Bedeutung des Zusammenhangs (historisch, gesellschaftlich etc.) und neigen allgemein zu einem gewissen gegenseitigen Respekt, der moderner Wissenschaftlichkeit oft weitgehend zu fehlen scheint. Sie repräsentieren aufgrund der größeren 'Beständigkeit' ihrer Ergebnisse weniger das, was aktuelle Wissenschaft zunehmend kennzeichnet: Überspitzt formuliert lässt sich das bezeichnen als 'Irrtum auf neuestem Stand'.

 

Was sie schwerer durchdringen lässt, ist ihr geschichtlicher, gesellschaftlicher und sprachlicher Hintergrund, in dem sie entstanden sind. Wer sie verstehen will, kommt nicht umhin, sich mit alledem zu befassen. Lohn der Mühe ist ein Verständnis für das universelle menschliche Suchen nach Antworten auf die zentralen Fragen unseres Lebens, die es vor vielen tausenden von Jahren ebenso gegeben hat wie heute. Sie bedurften keinerlei Computer oder anderen Hightechs, um Antworten zu finden. Das ist auch heute noch so - doch kann ich heute diese Technik und ihre Auswirkung auf mein Leben und das meiner Mitmenschen nicht mehr völlig aus meinen Gedanken ausklammern, denn Informationstechnik wirkt aktuell mächtig in unser aller Leben hinein. Doch tat sie das mit anderen technischen Mitteln nicht auch schon vor tausenden von Jahren?

 

 

Es folgen meine ersten Gehversuche auf astrologischem Gebiet - stets mit lebenspraktischem Bezug und darum keinesfalls nur esoterisch, weil auch exoterisch. Einem erdnahen Realisten wie mir als Stiergeborenem dürfte es so auch am besten entsprechen.

Artikel 33 greift dieses Thema erstmals auf.

Erst nach gelungenem ersten Versuch habe ich im zweiten Teil, Artikel 34, auch Märchen, Volksweisheiten und Religion mit eingebunden. Dabei wird deutlich, wie eingeschränkt doch der Blickwinkel unseres schul-wissenschaftlichen Akademikertums ist. Ein rundes, weises Leben in Fülle lässt sich auf ihm nicht wirklich gründen.


33. Der Charakter kommt uns immer in die Quere - Teil 1 Link zum Aufrufen: 

 

https://fahrradfuchs.jimdo.com/2015/11/12/33-der-charakter-kommt-uns-immer-in-die-quere/

 

34. Der Charakter kommt uns immer in die Quere - Teil 2 Link zum Aufrufen:

 

https://fahrradfuchs.jimdo.com/2015/11/13/34-der-charakter-kommt-uns-immer-in-die-quere-teil-2/